Archiv für den Monat Juni 2014

Der Lauf der Hirnlappen in einer fehlgeleiteten Zeit.

In einer Befragung des „Beobachters“ zur geplanten Reform des Familienrechts bezeichnete der Zürcher SVP-Nationalrat Toni Bortoluzzi alleine Lebende mit wechselnden Partnern und Homosexuelle als Fehlgeleitete, letztere durch einen verkehrt laufenden Hirnlappen.

Dass Hirnlappen laufen können, weiss wohl jedes Kind. Dass sie dabei auch fehlgeleitet werden können, das heisst „verkehrt laufen“, ist die logische Schlussfolgerung. Im Detail heisst das: Der richtig laufende Hirnlappen dreht sich nach rechts, und der verkehrt laufende Hirnlappen dreht sich nach links. Dass links verkehrt und rechts richtig ist, hat weder Herr Bortoluzzi noch die SVP erfunden. Das ist ein Naturgesetz, das überall zu finden ist. Zum Beispiel im Joghurt. Die guten Bifidus-Bakterien drehen sich nach rechts und verhelfen uns dabei zu einer guten Verdauung. Die schlechten Milchsäure-Bakterien drehen nach links und verursachen ein Völlegefühl. Dass die fehlgeleiteten Joghurts überhaupt noch verkauft werden, ist allerdings rätselhaft. Wahrscheinlich werden sie von linken Schwulen gekauft, die in einem Völlegefühl alles andere als ein Problem sehen. Und da die Fehlgeleiteten für ihre Masslosigkeit bekannt sind, werden die schwulen Joghurts gleich im 6-Pack angeboten und erst noch in allen Sorten! Zum guten Glück kann unsereins immer noch auf die nature Bifidus-Joghurts in der 4-er-Familienpackung zurückgreifen.

Ich war einige Zeit ebenfalls fehlgeleitet. Das lag zum grössten Teil an dem liberalen Elternhaus, in dem ich aufgewachsen bin. Die Liberalen sind noch schlimmer als die Linken. Sie sind zwar keine schwulen Joghurts, aber mit Sicherheit die Weicheier im Café complet. Kann sich jemand vorstellen, was mit einem kleinen Mädchen passiert, das seinen Vater beim Abräumen des Tisches und Saubermachen der Küche zusehen muss? Das erleben muss, dass die Mutter eigenes Geld verdient, das sie auch noch selber ausgibt? Und als wäre das alles noch nicht genug – das wehrlos daneben stehen muss, wenn die eigenen Eltern zwei schwule Männer ins Haus lassen, sie am Familientisch bewirten und das immer und immer wieder? In meinem Kopf drehte sich zu der Zeit einiges, aber bestimmt nicht im rechten Dreh.

Viel später habe ich erfahren, dass es in unserer Familie eine Frau gibt, die in Amerika in einer lesbischen Beziehung lebt. Das Verkehrte muss also in unseren Genen stecken. Doch ich bin stark. Ich habe dagegen angekämpft und bin weder lesbisch geworden, noch lebte ich lange alleine. Heute bin ich verheiratet – mit einem richtigen Mann – und habe zwei Kinder, die ich nach allen Kräften zu rechtsdrehenden Hirnlappen erziehe. Mein Mann ist das Gegenstück zu mir. Ohne ihn wäre ich nur eine nutzlose Rippe in der grossen Schöpfung. Er baut gerade ein Haus für unsere Familie. Und ich habe begonnen zu stricken. Ich bin voll und ganz erfüllt.

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Bildquelle: wolltraum.de

 

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Die 10 wichtigsten Regeln für den erfolgreichen Seitensprung.

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Denn am Anfang ist alles schön und leicht…

Männer gehen fremd. Aus verschiedenen Gründen. (Frauen auch, aber ich möchte mich hier aussschliesslich den Männern widmen). Meistens geht es dabei um ein „anderes“ Gefühl. Eines, das man in der aktuellen Beziehung nicht abrufen kann ohne selber über die Bücher gehen zu müssen. Oder man hat es im Laufe der Jahre verloren und weiss nicht mehr wo. Vielleicht kann man gar nicht genau sagen, was es ist, das einem fehlt. Ist es das Gefühl, wahrgenommen und begehrt zu werden, das Gefühl, geschätzt und gebraucht zu werden oder einfach das Gefühl, wiedermal verliebt zu sein? Egal. Die Leere muss gefüllt werden. Sei es durch junge Haut und pralle Möpse oder einfach durch einen anderen Menschen, der sich wunderbarerweise für einem interessiert, der zuhört und beim Orgasmus schreit. In den seltensten Fällen geht es nur um Sex. Und irgendwann geht es sogar plötzlich um Liebe, obwohl man das so gar nicht geplant hatte. Das ist dann genau der richtige Augenblick, um das Weite zu suchen. Denn um was es bei einem Seitensprung nie gehen darf, AUF GAR KEINEN FALL, ist, das alte Leben hinzuschmeissen, um ein neues Leben mit der „anderen“ Frau zu beginnen, die sich nach ein paar Monaten Zusammenleben als nicht genügend „anders“ entpuppt, um die wiederkehrende Leere zu füllen. Zu der inneren Leere gesellt sich dann auch noch die materielle Leere, weil man für den gefühlten Rest des Lebens Alimente zahlen muss für die Kinder, die man nicht mehr aufwachsen sieht und die Ex-Frau, die es sich zusammen mit den Kindern im eigenen Haus gemütlich gemacht hat, während man selber in einer kleinen 2-Zimmer-Wohnung schmort, da es nach Abzug der Anwaltskosten und Alimente für mehr nicht mehr reicht. Nein, so weit darf es bei einem Seitensprung auf keinen Fall kommen, da sind wir uns einig. Und trotzdem führt er oft genau dorthin. Das kann jedoch vermieden werden, indem man die folgenden 10 Regeln befolgt:

  1. Akquisation: Im nächsten Umfeld der eigenen Frau suchen. Die Schwester, die beste Freundin, die Mutter. Je näher desto besser. Darauf kommt sie nie. Zweite Wahl ist jemand, der in einem Abhängigkeitsverhältnis zu einem steht: Die Nanny, die Assistentin, eine Schülerin. Abhängigkeit schafft Verschwiegenheit.
  2. Budget: Nach jedem Treffen mit der „anderen“ Frau eine Aufmerksamkeit für die Ehefrau mit nach Hause bringen. Blumen, Parfum, Schmuck. Nicht knausern! Das liefert die Erklärung für die enormen Ausgaben der letzten Zeit.
  3. Location: Für Treffen mit der Geliebten im selben Hotel oder Restaurant buchen, in dem man auch mit der Ehefrau öfter gesehen wird. Das erleichtert die private Spesenabrechnung und man kann sich zur Not mit Verwechslung rausreden.
  4. Sicherheit: Auf keinen Fall Kondome verwenden beim Fremdgehen. Findet die Ehefrau die Dinger – was sehr schnell passieren kann – ist man geliefert.
  5. Gesundheit: Keinen Geschlechtsverkehr mit der eigenen Frau während die Affäre läuft, besser noch eine 2 monatige Karenzfrist nach dem Schlussmachen einhalten. Fängt man sich was ein und steckt sie an, kommt alles aus. Zu Hause Impotenz vortäuschen, damit kommt man lange durch und es erklärt auch „andere“ Unstimmigkeiten.
  6. Infrastruktur: Mobile und Computer weiterhin herumliegen lassen. Es würde auffallen, wenn man plötzlich alles wegräumte. Ausserdem kennt sich die Ehefrau sowieso nicht aus in der Bedienung von technischen Geräten.
  7. Transparenz: So viele Freunde wie möglich über die Affäre informieren. Transparenz schafft Vertrauen und Goodwill.
  8. Kommunikation: Ist die Affäre unbemerkt zu Ende gegangen und plagt einem das schlechte Gewissen: sofort alles beichten! Dabei kein Detail auslassen. Ist die Ehefrau nicht begeistert über Ehrlichkeit und Offenheit, die Schuld der Ehefrau geben, indem man sie fett, kalt und frustriert nennt.
  9. Politik: Kommt die Sache raus, rigoros alles abstreiten. Bestehen Beweise, die Schuld der Ehefrau geben, indem man sie fett, kalt und frustriert nennt.
  10. Konkurs: Lenkt sie nicht ein und will die Scheidung, weinen, winseln und flehen. Zwischendurch unbedingt die Konten sperren lassen und den Job künden.

Sollte hier ein geschätzter Leser mit dem Vorhaben „Fremdgehen“ liebäugeln, täte er gut daran sich vorher zu überlegen, ob er zur Einhaltung dieser 10 Regeln fähig ist. Falls nicht, sollte er es besser bleiben lassen. Denn am Anfang ist alles schön und leicht, doch am Ende einer jeden Geschichte steht immer der Schluss. Und nichts wird jemals wieder so sein, wie es vorher war.

PS: Therapeuten sind übrigens günstiger als Anwälte.